Spiraltechnik, Farbkombinationen und Profi-Tipps
Ein handgebundener Strauss hat eine Seele, die kein Supermarkt-Bouquet erreicht. Und die Grundtechnik ist einfacher, als man denkt.
Einen Blumenstrauss selber binden ist keine Zauberei. Die Spiraltechnik, die jeder Florist verwendet, laesst sich in wenigen Minuten lernen. Und das Ergebnis sieht nicht nur gut aus, sondern haelt auch besser in der Vase, weil die Stiele gleichmaessig Wasser aufnehmen koennen. Vertiefen Sie das Thema im Beitrag Florist Wien - so finden Sie den richtigen. Mehr dazu erfahren Sie auf der Seite bussinesscard.
Man braucht dafuer kein spezielles Werkzeug - eine scharfe Schere, ein Gummiband oder Bindfaden und natuerlich frische Blumen reichen voellig.
Die Spiraltechnik
Das ist die Technik, die Floristen weltweit verwenden. Das Prinzip: Jeder Stiel wird in einem leichten Winkel zum vorherigen gelegt, immer in die gleiche Richtung (im oder gegen den Uhrzeigersinn). Dadurch entsteht eine natuerliche Spirale, die dem Strauss Halt gibt.
So funktioniert es:
- Den ersten Stiel in die linke Hand nehmen (Rechtshaender) oder rechte Hand (Linkshaender).
- Den zweiten Stiel leicht schraeg darueber legen - etwa 30 Grad nach rechts geneigt.
- Jeden weiteren Stiel in die gleiche Richtung schraeg anlegen. Die Stiele kreuzen sich immer am gleichen Punkt - dem "Bindepunkt", etwa eine Handbreit unter den Blueten.
- Zwischendurch den Strauss in der Hand drehen, damit er gleichmaessig rund wird.
- Wenn der Strauss fertig ist, am Bindepunkt fest mit einem Gummiband oder Bast fixieren.
Profi-Tipp: Den Strauss locker halten. Wer zu fest zugreift, bricht Stiele und die Spirale funktioniert nicht. Die Blumen sollen fast von selbst in Position fallen.
Welche Blumen passen zusammen?
Ein gelungener Strauss braucht drei Elemente: Hauptblumen (die Stars), Fuellblumen (die Begleitung) und Gruen (Struktur und Fuelle).
- Hauptblumen: Rosen, Pfingstrosen, Lilien, Hortensien, Ranunkeln, Dahlien
- Fuellblumen: Schleierkraut, Wachsblume, Statice, kleine Nelken, Freesien
- Gruen: Eukalyptus, Pistaziengruen, Ruscus, Lederfarn, Olivenzweige
Ein gutes Verhaeltnis: Etwa 60% Hauptblumen, 20% Fuellblumen, 20% Gruen. Aber das ist keine starre Regel - manche der schoensten Straeusse bestehen nur aus einer einzigen Blumensorte (Monostrauss aus Rosen oder Tulpen).
Farbkombinationen, die funktionieren
Ton-in-Ton: Verschiedene Schattierungen einer Farbe (zartrosa bis dunkelpink). Wirkt elegant und harmonisch.
Komplementaer: Gegensaetzliche Farben (lila + gelb, orange + blau). Wirkt lebendig und mutig.
Pastell: Zartrosa, Creme, Flieder, Weiss. Wirkt romantisch und sanft - perfekt fuer Hochzeiten.
Wild und bunt: Alles gemischt - wie eine Blumenwiese. Wirkt froehlich und unkompliziert.
Haeufige Fehler beim Strauss binden
Blaetter im Wasser lassen: Alle Blaetter, die unter der Wasserlinie liegen wuerden, muessen ab. Faulende Blaetter sind der Hauptgrund fuer trubes Wasser und kurze Haltbarkeit.
Zu viele verschiedene Blumen: Weniger ist mehr. Drei bis fuenf Sorten reichen fuer einen professionell wirkenden Strauss. Zehn verschiedene Blumen sehen schnell chaotisch aus.
Alle Blueten auf gleicher Hoehe: Ein guter Strauss hat Tiefe. Manche Blueten stehen etwas hoeher, manche tiefer. Das erzeugt ein natuerliches, organisches Bild.
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Stiele richtig schneiden
Nachdem der Strauss gebunden ist, die Stiele auf eine einheitliche Laenge kuerzen. Schraeg schneiden, damit die Wasseraufnahme optimal ist. Die Stiellaenge haengt von der Vase ab - als Faustregel: Die Stiele sollten etwa eineinhalb mal so lang sein wie die Vase hoch ist.
Ein scharfes Messer oder eine Rosenschere verwenden. Normale Scheren quetschen die Leitungsbahnen. Der Unterschied ist mit blossem Auge nicht sichtbar, aber die Blumen merken es.
Haeufige Fragen zum Strauss binden
Fuer einen mittelgrossen Strauss etwa 15 bis 25 Stiele insgesamt (Blumen plus Gruen). Fuer einen kleinen Handstrauss reichen 7 bis 11 Stiele. In Oesterreich schenkt man traditionell eine ungerade Anzahl.
Ja, das sieht wunderschoen aus. Aber beachten: Tulpen wachsen in der Vase weiter und veraendern ihre Position. Der Strauss sieht nach ein bis zwei Tagen anders aus als am Anfang. Das ist kein Fehler, sondern Tulpen-Charakter.
Bei der Spiraltechnik liegen die Stiele schraeg und ueberkreuzen sich - der Strauss steht von alleine. Bei der Paralleltechnik stehen alle Stiele gerade nebeneinander - das ergibt einen modernen, grafischen Look, braucht aber eine passende Vase.
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