Blumenstrauß selber binden – Anleitung vom Floristen

Bunter Blumenstrauß mit rosa Schleife auf weißem Hintergrund

Blumenstrauß selber binden — Floristen-Guide

Spiraltechnik, Farbharmonie, Proportionen und Profi-Tipps für den perfekten Strauß

MO BLUMEN Redaktion · 9 Min. Lesezeit · Blumenpflege

Einen schönen Strauß zu binden ist keine Zauberei — aber ein Handwerk mit eigenen Regeln. Mit der richtigen Technik und ein paar Grundprinzipien kann jeder einen Strauß kreieren, der wie vom Floristen aussieht.


Was brauchst du?

  • Blumen: 3–5 verschiedene Sorten in 2–3 Farben. Mehr dazu weiter unten.
  • Grün: Eukalyptus, Farn, Pistaziengrün oder Schleierkraut als „Füller" und Rahmen.
  • Scharfes Messer oder Blumenschere: Keine Haushaltsschere (die quetscht die Stiele).
  • Bindematerial: Floristendraht, Bast, Satinband oder Jute — je nach Stil.
  • Eimer mit Wasser: Die Blumen sollten bis zum Binden im Wasser stehen.

Blumen einkaufen — was und wie viele?

Ein schöner Strauß braucht 3 Elemente:

  • Hauptblumen (Stars): 3–7 Stiele der auffälligsten Blume. Rosen, Pfingstrosen, Dahlien oder Sonnenblumen.
  • Begleitblumen (Supporting Cast): 3–5 Stiele einer kleineren Sorte. Lisianthus, Nelken, Freesien, Schleierkraut.
  • Grün & Textur (Rahmen): 5–7 Stiele. Eukalyptus, Farn, Gräser. Das Grün hält alles zusammen und gibt dem Strauß Tiefe.

Faustregel: Für einen mittelgroßen Strauß brauchst du ca. 15–25 Stiele insgesamt. Weniger Sorten, aber mehr von jeder, wirkt meist harmonischer als viele Einzelblumen.

Die Spiraltechnik — Schritt für Schritt

Die Spiraltechnik ist die Grundlage professionellen Blumenbindens. Sie sorgt dafür, dass der Strauß rund, gleichmäßig und stabil in der Vase sitzt.

So geht's

  • Schritt 1: Alle Blätter vom unteren Drittel der Stiele entfernen — die gehören nicht ins Wasser.
  • Schritt 2: Einen Stiel als Mittelpunkt in die linke Hand nehmen (bei Linkshändern umgekehrt).
  • Schritt 3: Jeden weiteren Stiel schräg anlegen — immer in dieselbe Richtung (z. B. immer nach links). Die Stiele kreuzen sich unterhalb der Blüten.
  • Schritt 4: Die Hand immer wieder drehen, sodass der Strauß eine gleichmäßige, runde Form bekommt. Immer abwechseln: Blume, Grün, Blume, Grün.
  • Schritt 5: Regelmäßig von oben betrachten — Lücken mit Grün oder kleineren Blumen füllen.
  • Schritt 6: Am Bindepunkt (dort, wo die Hand den Strauß hält) fest mit Floristendraht oder Bast umwickeln.
  • Schritt 7: Alle Stiele auf gleiche Länge schneiden — schräg anschneiden.

Farbkombinationen — die Grundregeln

  • Monochrom: Verschiedene Schattierungen einer Farbe (z. B. Rosa von hell bis dunkel). Immer elegant.
  • Komplementär: Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen (Gelb + Violett). Lebhaft und auffällig.
  • Analog: Nebeneinanderliegende Farben (Rot + Orange + Gelb). Harmonisch und warm.
  • Neutral + Akzent: Weiß + Grün + ein farbiger Akzent. Modern und elegant.
  • Nicht mehr als 3 Hauptfarben: Mehr wirkt schnell chaotisch. Bunte Sträuße sind die Ausnahme.

Proportionen — die Strauß-Formel

  • Höhe: Der Strauß sollte ca. 1,5x so hoch sein wie die Vase.
  • Breite: Ein ausgewogener Strauß ist etwa so breit wie hoch — rund und voll.
  • Große Blüten unten/mittig: Schwere, große Blumen (Rosen, Dahlien) in die Mitte und etwas tiefer platzieren.
  • Kleine Blüten oben/außen: Zarte Blumen (Schleierkraut, Wachsblume) am Rand sorgen für Leichtigkeit.
  • Grün als Rahmen: Eukalyptus und Farn etwas über die Blüten hinausragen lassen — das gibt dem Strauß Tiefe.

Beliebte Straußstile

  • Klassisch rund: Gleichmäßig, eng gebunden, alle Blüten auf gleicher Höhe. Ein echter Allrounder.
  • Wild / natürlich: Locker gebunden, mit unterschiedlichen Höhen, Gräsern und Ranken. Boho-Stil.
  • Biedermeier: Konzentrische Kreise in einer Farbe — jeder Ring eine andere Blume. Sehr formell.
  • Kaskadierend: Fließend nach unten wie ein Wasserfall. Ein Hochzeitsklassiker.
  • Mono-Strauß: Nur eine Blumenart, eine Farbe. Minimalistisch und modern.

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Häufig gestellte Fragen

Für einen kleinen Strauß (Vasenstrauß): 7–12 Stiele. Für einen mittleren Geschenkstrauß: 15–25 Stiele. Für einen üppigen Strauß: 25–40 Stiele. Dazu immer 5–10 Stiele Grün (Eukalyptus, Farn). Lieber ungerade Zahlen — das wirkt natürlicher.

Narzissen (Osterglocken) sondern einen schleimigen Saft ab, der andere Blumen schädigt. Entweder Narzissen 24 Stunden separat in Wasser stellen (dann ist der Schleim raus), oder spezielle Narzissen-Frischhaltemittel verwenden. Auch stark duftende Blumen (Lilien, Hyazinthen) können empfindliche Blumen schneller welken lassen.

Kraftpapier (braun, schlicht) + Satinband wirkt natürlich-elegant. Seidenpapier in einer passenden Farbe wirkt luxuriös. Den Stiel-Bereich mit einem feuchten Papiertuch umwickeln und in Folie einschlagen — so bleibt der Strauß beim Transport frisch. Eine handgeschriebene Karte dazu — fertig.