Amaryllis Ratgeber — Pflege, Bedeutung & Tipps zum Treiben
Zwiebel antreiben, richtig pflegen, wieder zum Blühen bringen und verschenken
Die Amaryllis (Hippeastrum) — auch Ritterstern genannt — ist der Star der Wintermonate. Ihre spektakulären Trompetenblüten bringen Farbe in die dunkelste Jahreszeit.
Amaryllis-Zwiebel antreiben
- Zeitpunkt: Zwiebeln sind ab Oktober im Handel. Für Weihnachten: Anfang November einpflanzen (6–8 Wochen bis zur Blüte).
- Topf: Nur wenig größer als die Zwiebel — Amaryllis mag es eng. Oberes Drittel der Zwiebel muss aus der Erde schauen.
- Erde: Normale Blumenerde, gut drainiert. Blähton am Boden.
- Gießen: Nach dem Einpflanzen einmal gut angießen, dann sparsam — erst regelmäßig gießen, wenn der Blütenstiel sichtbar wird.
- Standort: Warm (20–22°C) und hell. Nicht drehen — der Stiel wächst zum Licht.
Ohne Erde — Amaryllis in Wachs oder Glas: Gewachste Amaryllis-Zwiebeln und Glas-Amaryllis (Zwiebel in einer Vase mit Wasser) sind trendige Geschenke. Die Zwiebel hat genug Energie gespeichert — sie braucht weder Erde noch Dünger und blüht von allein. Nach der Blüte ist die Zwiebel allerdings erschöpft und kann meist nicht wieder verwendet werden.
Pflege während der Blüte
- Gießen: Regelmäßig, aber nicht zu nass. Staunässe führt zur Fäulnis der Zwiebel.
- Stütze: Der Blütenstiel kann 50–70 cm hoch werden und unter dem Gewicht der Blüten umknicken. Ein Stab als Stütze hilft.
- Kühler = länger: Sobald die Blüte offen ist, die Pflanze etwas kühler stellen (16–18°C) — so hält die Blüte länger.
- Blühdauer: Jede Blüte hält ca. 2 Wochen. Eine Zwiebel bildet oft 2 Blütenstiele mit je 3–5 Blüten.
Beliebte Sorten & Farben
- Rot (‚Red Lion'): Der Klassiker zu Weihnachten — kräftig und festlich.
- Weiß (‚Christmas Gift'): Elegant und modern. Passt zu minimalistischer Deko.
- Rot-Weiß (‚Minerva'): Gestreift — ein Hingucker.
- Rosa (‚Apple Blossom'): Zarte Apfelblütenfarbe — romantisch und weich.
- Lachs/Orange (‚Exotic Star'): Ungewöhnlich und modern.
- Gefüllte Sorten (‚Nymph', ‚Double Dream'): Doppelt so viele Blütenblätter — üppig und opulent.
Amaryllis wieder zum Blühen bringen
- Nach der Blüte: Blütenstiel abschneiden (nicht die Blätter!). Weiter gießen und düngen.
- Sommer: Ab Mai an einen hellen, warmen Platz stellen (auch draußen). Regelmäßig gießen und alle 2 Wochen düngen. Die Blätter tanken Energie für die nächste Blüte.
- Ruhephase (August–Oktober): Ab August Gießen reduzieren, ab September komplett einstellen. Blätter verwelken lassen. Zwiebel kühl und dunkel lagern (10–15°C, z.B. Keller).
- Neustart (November): Frische Erde, neuer Topf, wieder warm und hell aufstellen. Sparsam gießen — und warten.
Amaryllis als Schnittblume
- Spektakulär in der Vase: Eine einzelne Amaryllis in einer hohen, schlanken Vase ist ein Statement.
- Haltbarkeit: 7–14 Tage in der Vase. Tipps zum Frischhalten.
- Stiel-Trick: Der hohle Stiel knickt leicht — einen Zahnstocher am unteren Ende einstecken oder den Stiel mit transparentem Klebeband umwickeln.
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Häufige Fragen
Ja — alle Teile der Amaryllis sind giftig, besonders die Zwiebel. Der Pflanzensaft kann Hautreizungen verursachen. Nach dem Anfassen die Hände waschen. Nicht in Reichweite von Kindern oder Haustieren (besonders Katzen) aufstellen.
Häufigster Grund: Die Ruhephase hat gefehlt. Ohne die trockene, kühle Pause (August–Oktober) bildet die Zwiebel keine Blütenknospe. Zweiter Grund: Die Zwiebel ist zu klein — Amaryllis-Zwiebeln brauchen einen Durchmesser von mindestens 24 cm, um zuverlässig zu blühen. Drittens: Zu wenig Licht oder Dünger im Sommer.
Im Alltag werden die Begriffe synonym verwendet. Botanisch ist das, was wir als „Amaryllis" kaufen, eigentlich ein Hippeastrum (Ritterstern). Die echte Amaryllis (Amaryllis belladonna) ist eine andere, seltenere Pflanze aus Südafrika. Für die Pflege macht der Unterschied keinen Unterschied — die Tipps gelten für das Hippeastrum.