Standort, Schneiden, Duft & Winterhärte
Jasmin ist der Duft der Sommernächte. Aber aufgepasst — nicht alles, was Jasmin heißt, ist auch Jasmin.
Wenn jemand „Jasmin" sagt, kann das drei völlig verschiedene Pflanzen meinen. Der Echte Jasmin (Jasminum), der Falsche Jasmin (Philadelphus) und der Sternjasmin (Trachelospermum) — sie alle duften wunderbar, sind aber botanisch nicht verwandt. In österreichischen Gärten findet man vor allem den Falschen Jasmin, weil er winterhart ist. Der Echte Jasmin braucht Schutz.
Hier kläre ich die Verwirrung auf und zeige, welcher Jasmin für welchen Zweck der richtige ist.
Kurzprofil: Jasmin (Übersicht)
Echter Jasmin: Jasminum officinale
Falscher Jasmin: Philadelphus (Pfeifenstrauch)
Sternjasmin: Trachelospermum jasminoides
Herkunft: Asien (echt), Europa (falsch)
Blütezeit: Juni – September (je nach Art)
Duft: süß, betörend, abends am stärksten
Winterhart: Falscher Jasmin: ja / Echter: bedingt
Schwierigkeit: einfach bis mittel
Echter Jasmin vs. Falscher Jasmin
Die Verwechslung ist so alt wie die Gärtnerei selbst. Hier die wichtigsten Unterschiede:
| Eigenschaft | Echter Jasmin | Falscher Jasmin |
|---|---|---|
| Botanisch | Jasminum officinale | Philadelphus coronarius |
| Wuchsform | Kletterpflanze (bis 5 m) | Strauch (bis 3 m) |
| Winterhart in Ö | Bedingt (bis –10°C) | Ja (bis –25°C) |
| Blütezeit | Juni – September | Mai – Juni |
| Duft | Süß, intensiv, abends | Süß, orangenartig |
In den meisten österreichischen Gärten steht der Falsche Jasmin (Pfeifenstrauch). Er ist vollständig winterhart, wird ein großer Strauch und blüht im Mai/Juni mit weißen, stark duftenden Blüten. Er braucht kaum Pflege und ist in fast jedem Bauerngarten zu finden.
Der Echte Jasmin ist eine Kletterpflanze, die in milden Lagen Wiens an einer geschützten Südwand überleben kann. In kälteren Regionen Österreichs muss er als Kübelpflanze gehalten und frostfrei überwintert werden. Sein Duft ist intensiver und „exotischer" als der des Falschen Jasmins.
Jasmin schneiden
Beim Jasmin schneiden kommt es darauf an, welchen Jasmin man hat:
Falscher Jasmin (Philadelphus): Direkt nach der Blüte (Juni/Juli) die abgeblühten Triebe zurückschneiden. Alte, vergreiste Triebe bodennah entfernen, um Platz für junge Triebe zu machen. Nicht im Herbst oder Winter schneiden — dann schneidet man die Blütenknospen des nächsten Jahres ab.
Echter Jasmin (Jasminum): Im Frühjahr leicht auslichten und zu lange Triebe einkürzen. Der Echte Jasmin blüht am diesjährigen Holz, deshalb kann man ihn im Frühjahr bedenkenlos schneiden.
Jasmin als Zimmerpflanze
Der Echte Jasmin (Jasminum polyanthum) wird häufig als Zimmerpflanze verkauft — eine Kletterpflanze mit rosa Knospen und weißen, intensiv duftenden Blüten. Er braucht einen hellen, kühlen Standort (15–20°C) und regelmäßiges Gießen. Im Sommer gerne nach draußen stellen.
Das Problem: In beheizten Wohnungen ist es ihm oft zu warm und zu trocken. Er braucht eine kühle Ruhephase im Winter (10–15°C), um im Frühling wieder zu blühen. Ohne diese Kälteperiode bildet er keine Knospen.
Tipp: Jasmin abends auf den Balkon oder ans offene Fenster stellen — der Duft entfaltet sich in der Abendluft am stärksten. In warmen Sommernächten parfümiert ein einziger Jasmin die ganze Terrasse.
Jasmin Duft und Verwendung
Der Jasmin Duft ist einer der wichtigsten Rohstoffe in der Parfümerie. Jasminöl wird aus den Blüten des Jasminum grandiflorum gewonnen — es braucht etwa 8.000 handgepflückte Blüten für einen Milliliter Öl. Deshalb gehört Jasminöl zu den teuersten ätherischen Ölen der Welt.
In der Küche wird Jasmin vor allem für Tee verwendet. Jasmin-Tee ist grüner Tee, der mit Jasminblüten aromatisiert wird — eine chinesische Tradition, die Jahrhunderte alt ist. Die Blüten des Echten Jasmins sind essbar und können auch als Dekoration für Desserts verwendet werden.
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Häufige Fragen zu Jasmin
Der Falsche Jasmin (Philadelphus) ist vollständig winterhart bis –25°C. Der Echte Jasmin (Jasminum) ist nur in milden Lagen winterhart (bis –10°C) und braucht in den meisten Regionen Winterschutz oder muss als Kübelpflanze frostfrei überwintert werden.
Beim Echten Jasmin: Fehlende Kälteperiode im Winter (braucht 6–8 Wochen bei 10–15°C). Beim Falschen Jasmin: Zur falschen Zeit geschnitten (Herbst/Winter statt nach der Blüte) oder zu wenig Sonne.
Der Echte Jasmin (Jasminum) gilt als ungiftig — die Blüten sind sogar essbar. Der Falsche Jasmin (Philadelphus) ist ebenfalls ungiftig. Vorsicht nur beim Sternjasmin (Trachelospermum) — er ist leicht giftig.
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