Schneiden, Trocknen, Standort & Verwendung
Kaum eine Pflanze verbindet man so stark mit Sommer, Duft und Entspannung wie den Lavendel. Und kaum eine wird so oft falsch geschnitten.
Wer in Österreich einen Lavendel im Garten oder auf dem Balkon hat, kennt das Problem: Im ersten Jahr blüht er prächtig, im zweiten wird er holzig, im dritten sieht er aus wie ein trauriger Besen. Der Grund ist fast immer der gleiche — er wurde nicht oder falsch geschnitten.
Hier steht, wie Lavendel pflegen wirklich funktioniert, welche Sorten in Österreich winterhart sind und wie man ihn richtig trocknet, damit er seinen Duft behält.
Kurzprofil: Lavendel
Botanisch: Lavandula
Herkunft: Mittelmeerraum
Arten: ca. 30, davon 3–4 in Österreich relevant
Winterhart: Lavandula angustifolia (bis –15°C)
Blütezeit: Juni – August
Standort: Vollsonne, durchlässiger Boden
Verwendung: Deko, Duft, Küche, Kosmetik
Schwierigkeit: einfach (wenn man richtig schneidet)
Lavendel Sorten für Österreich
Nicht jeder Lavendel überlebt den österreichischen Winter. Die Provence-Sorten, die man im Urlaub bewundert, erfrieren in Wien oft schon im ersten Frost. Für unsere Breiten gibt es aber Sorten, die problemlos funktionieren.
Lavandula angustifolia (Echter Lavendel) ist die einzige Art, die in Österreich zuverlässig winterhart ist. Sorten wie 'Hidcote Blue', 'Munstead' oder 'Dwarf Blue' halten Temperaturen bis –15°C aus und blühen jedes Jahr zuverlässig. Sie werden 30–60 cm hoch und haben den intensivsten Duft.
Lavandula x intermedia (Lavandin) ist eine Kreuzung, die größer wird (bis 80 cm) und mehr Blüten produziert. In milden Lagen Wiens überlebt sie den Winter, in höheren Lagen Niederösterreichs kann es knapp werden. 'Grosso' und 'Phenomenal' sind die robustesten Sorten.
Lavandula stoechas (Schopflavendel) mit den markanten „Hasenohren" an der Blüte ist leider nicht winterhart und muss frostfrei überwintert werden — eher etwas für den Topf auf dem Balkon.
Lavendel Standort
Lavendel kommt aus dem Mittelmeerraum und will es genau so: volle Sonne, magerer Boden, gute Drainage. Das ist das Gegenteil von dem, was die meisten österreichischen Gartenböden bieten — schwer, lehmig, nährstoffreich.
Wer schweren Boden hat, mischt Sand oder Kies unter. Lavendel hasst nasse Füße — Staunässe ist der häufigste Grund, warum er eingeht. An einer Südmauer, vor einer Steinmauer oder in einem Hochbeet mit durchlässigem Substrat fühlt er sich am wohlsten.
Tipp: Lavendel im Topf braucht unbedingt ein Abzugsloch und eine Drainageschicht aus Blähton. Normale Blumenerde ist zu nährstoffreich — besser Kräutererde mit Sand mischen.
Lavendel schneiden — der wichtigste Pflegeschritt
Das Lavendel schneiden ist der Punkt, an dem die meisten Fehler passieren. Die Regel ist einfach, aber man muss sie kennen:
Erster Schnitt (nach der Blüte, Juli/August): Sobald die Blüten verblüht sind, die gesamte Pflanze um ein Drittel zurückschneiden. Dabei die verblühten Stiele und etwas vom grünen Laub mitnehmen. Nicht ins alte Holz schneiden — daraus treibt Lavendel nicht mehr aus.
Zweiter Schnitt (Frühjahr, März/April): Nochmal leicht in Form schneiden, wieder ohne ins Holz zu gehen. Dieser Schnitt verhindert, dass die Pflanze von unten verkahlt.
Wichtig: Nie ins alte, braune Holz schneiden. Lavendel treibt aus verholzten Teilen nicht mehr aus. Wer das macht, hat eine kahle Pflanze, die sich nicht erholt.
Lavendel trocknen
Lavendel trocknen ist denkbar einfach — und getrockneter Lavendel hält seinen Duft über Monate. Der beste Zeitpunkt zum Ernten ist, wenn die Blüten gerade aufgehen, aber noch nicht voll geöffnet sind. Dann ist der Ölgehalt am höchsten.
Kleine Bündel (8–10 Stiele) mit Küchengarn zusammenbinden und kopfüber an einem trockenen, luftigen Ort aufhängen — nicht in der prallen Sonne, sonst verblassen die Farben. Nach zwei bis drei Wochen ist der Lavendel trocken und kann in Säckchen, Vasen oder als Deko verwendet werden.
Lavendel in der Küche
In der Provence ist Lavendel ein Gewürz — in Österreich traut sich kaum jemand dran. Dabei passt er wunderbar zu Ziegenkäse, Honig, Schokolade und sogar zu Fleischgerichten. Wichtig: Nur Lavandula angustifolia verwenden, andere Arten schmecken seifig. Und sparsam dosieren — ein halber Teelöffel Blüten reicht für ein ganzes Gericht.
Lavendel und Bienen
Lavendel ist eine der besten Bienenweiden überhaupt. Während der Blütezeit summt es um einen Lavendelbusch wie in einem Bienenstock. Wer etwas für Bienen und Schmetterlinge tun will, pflanzt Lavendel — das ist einer der einfachsten und wirkungsvollsten Schritte.
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Häufige Fragen zu Lavendel
Lavandula angustifolia (Echter Lavendel) ist bis –15°C winterhart und übersteht den österreichischen Winter problemlos. Schopflavendel (L. stoechas) ist nicht winterhart und muss frostfrei überwintert werden.
Zwei Mal im Jahr: Nach der Blüte (Juli/August) um ein Drittel zurückschneiden, und im Frühjahr (März/April) leicht in Form bringen. Nie ins alte Holz schneiden.
Lavendelöl hat eine gewisse abschreckende Wirkung auf Mücken, aber eine Pflanze auf dem Balkon reicht nicht aus, um mückenfrei zu sein. Lavendelöl auf der Haut wirkt besser als die Pflanze selbst.
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