Woher unsere Blumen kommen und wie man bewusster kauft
Die meisten Schnittblumen in Oesterreich kommen nicht aus Oesterreich. Sie fliegen Tausende Kilometer, bevor sie in der Vase stehen. Das muss man wissen - und dann bewusst entscheiden.
Rosen aus Kenia, Chrysanthemen aus Kolumbien, Tulpen aus Holland - die globale Blumenindustrie ist ein Milliardengeschaeft. Die Aalsmeer-Blumenauktion in den Niederlanden ist der groesste Handelsplatz der Welt: Taeglich werden dort 20 Millionen Blumen und Pflanzen versteigert.
Das ist beeindruckend und problematisch zugleich. Beeindruckend, weil es uns das ganze Jahr ueber frische Blumen ermoeglicht. Problematisch, weil die oekologischen und sozialen Kosten oft unsichtbar bleiben.
Woher kommen unsere Blumen?
- Niederlande - Der groesste Blumenexporteur der Welt. Tulpen, Chrysanthemen, Gerbera, Freesien. Vieles davon in beheizten Gewaechshaeusern, was viel Energie braucht.
- Kenia und Aethiopien - Rosen, vor allem im Winter. Die Arbeitsbedingungen variieren stark je nach Farm. Fairtrade-Zertifizierungen helfen, aber nicht alle Farmen sind zertifiziert.
- Kolumbien und Ecuador - Rosen, Nelken, Hortensien. Lange Flugrouten, aber natuerliches Licht (kein Gewaechshaus noetig am Aequator).
- Oesterreich und Deutschland - Saisonale Blumen im Sommer: Sonnenblumen, Dahlien, Gladiolen. Im Winter kaum Eigenproduktion.
Die oekologische Bilanz
Die Oeko-Bilanz von Blumen ist komplizierter als man denkt. Eine Rose aus Kenia, die per Flugzeug kommt, hat paradoxerweise manchmal einen kleineren CO2-Fussabdruck als eine Rose aus einem beheizten hollaendischen Gewaechshaus - weil in Kenia natuerliches Sonnenlicht und Waerme genutzt werden.
Die groessten Umweltbelastungen der Blumenindustrie:
- Energieverbrauch - Beheizte Gewaechshaeuser in Nordeuropa brauchen enorm viel Gas.
- Pestizide - Blumen werden nicht gegessen und unterliegen weniger strengen Regeln als Lebensmittel. Der Pestizideinsatz ist oft hoch.
- Wasserverbrauch - In trockenen Regionen wie Kenia oder Kolumbien kann Blumenanbau lokale Wasserressourcen belasten.
- Transport - Flugfracht von Afrika nach Europa hat einen erheblichen CO2-Ausstoss.
Was kann man als Konsument tun?
Saisonal kaufen: Tulpen im Fruehling, Sonnenblumen im Sommer, Chrysanthemen im Herbst. Saisonale Blumen brauchen weniger Energie und haben kuerzere Transportwege.
Beim lokalen Floristen kaufen: Lokale Floristen kaufen oft regionaler ein als grosse Supermarktketten. Und der Strauss wird frisch gebunden statt tagelang transportiert.
Fairtrade-Blumen waehlen: Das Fairtrade-Siegel garantiert faire Loehne und bessere Arbeitsbedingungen auf den Farmen. In Oesterreich gibt es Fairtrade-Rosen in vielen Supermaerkten.
Topfpflanzen statt Schnittblumen: Eine Zimmerpflanze haelt Jahre und muss nicht alle zwei Wochen ersetzt werden. Nachhaltiger als regelmaessige Schnittblumen-Kaeufe.
Fairtrade und Zertifizierungen
Es gibt mehrere Siegel fuer nachhaltige Blumen:
- Fairtrade - Faire Loehne, sichere Arbeitsbedingungen, Umweltstandards. Das bekannteste Siegel.
- MPS (Milieu Programma Sierteelt) - Hollaendisches Umwelt-Zertifikat fuer Blumenproduzenten. Stufen A bis C.
- Rainforest Alliance - Schwerpunkt auf Umweltschutz und Biodiversitaet.
Kein Siegel ist perfekt, aber zertifizierte Blumen sind in der Regel besser als nicht-zertifizierte. Im Zweifelsfall: Beim Floristen nachfragen, woher die Blumen kommen.
Frische Blumen bei MoBlumen Wien
Saisonal, frisch und mit Liebe gebunden.
Haeufige Fragen zu nachhaltigen Blumen
Kommt drauf an. Supermaerkte bieten zunehmend Fairtrade-Blumen an, was ein guter Schritt ist. Aber die Blumen werden oft tagelang transportiert und gelagert, was die Frische reduziert. Beim Floristen bekommt man frischere Blumen mit weniger Verpackung.
Nicht unbedingt. Regionale Blumen im Sommer (Freiland) sind die nachhaltigste Option. Aber regionale Blumen aus beheizten Gewaechshaeusern im Winter koennen eine schlechtere CO2-Bilanz haben als Freiland-Blumen aus waermeren Laendern. Saisonal kaufen ist wichtiger als regional.
Topfpflanzen, wenn man sie laenge haelt. Eine Orchidee, die zwei Jahre blueht, ist nachhaltiger als hundert Rosen in der gleichen Zeit. Aber Schnittblumen haben ihren eigenen Wert - manchmal braucht man einfach einen frischen Strauss fuer die Stimmung.
Zimmerpflanzen bei MoBlumen Wien
Die nachhaltigste Wahl: Pflanzen, die Jahre halten.