Gießen, Schneiden, Standort & Anfänger-Tipps
Bonsai ist keine Pflanzenart — es ist eine Kunstform. Ein Baum, der in einer Schale lebt und trotzdem aussieht wie ein uralter Riese.
Das Wort Bonsai kommt aus dem Japanischen und bedeutet „Pflanzung in der Schale". Es ist keine bestimmte Baumart, sondern eine Technik — jeder Baum kann theoretisch zum Bonsai werden. In Japan ist Bonsai eine Kunstform, die seit über tausend Jahren praktiziert wird. In Europa ist es ein Hobby, das in den letzten Jahren stark gewachsen ist.
Genau darum geht's hier: die Grundlagen der Bonsai Pflege — ohne esoterisches Brimborium, dafür mit praktischen Tipps, die funktionieren.
Kurzprofil: Bonsai
Was ist Bonsai: Gestaltungstechnik, keine Art
Herkunft: China (Ursprung), Japan (Perfektion)
Indoor-Arten: Ficus, Carmona, Liguster
Outdoor-Arten: Ahorn, Kiefer, Wacholder
Standort: Je nach Art (indoor/outdoor)
Gießen: Regelmäßig, nie austrocknen lassen
Lebensdauer: Jahrzehnte bis Jahrhunderte
Schwierigkeit: mittel bis anspruchsvoll
Indoor vs. Outdoor Bonsai
Der wichtigste Punkt, den viele Anfänger nicht wissen: Die meisten Bonsai gehören nach draußen. Japanische Ahorne, Kiefern, Wacholder, Buchen — das sind Bäume, die Jahreszeiten brauchen, inklusive kalter Winter. Sie in der Wohnung zu halten, ist wie einen Hund in eine Schublade zu sperren.
Indoor-Bonsai sind tropische oder subtropische Arten, die ganzjährig drinnen stehen können: Ficus microcarpa 'Ginseng' (der häufigste Einsteiger-Bonsai), Carmona (Fukientee), Liguster und Sageretie. Sie brauchen viel Licht und vertragen keine Temperaturen unter 15°C.
Outdoor-Bonsai stehen ganzjährig draußen — auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten. Im Winter brauchen sie Schutz vor Durchfrieren der Schale (Vlies umwickeln, auf Styropor stellen), aber sie müssen die Kälte erleben. In Österreich funktionieren heimische Arten wie Hainbuche, Feldahorn und Lärche besonders gut.
Wichtig: Einen Outdoor-Bonsai (z.B. japanischer Ahorn) dauerhaft drinnen zu halten, funktioniert nicht. Er wird innerhalb weniger Monate eingehen. Umgekehrt darf ein Indoor-Bonsai (z.B. Ficus) in Österreich nicht draußen überwintern.
Bonsai gießen
Das Bonsai gießen ist der kritischste Pflegepunkt. Bonsai stehen in sehr kleinen Schalen mit wenig Erde — sie trocknen viel schneller aus als normale Topfpflanzen. Im Sommer kann das bedeuten: täglich gießen, manchmal sogar zweimal am Tag.
Die Regel: Gießen, wenn die Oberfläche der Erde leicht angetrocknet ist. Nicht nach Zeitplan, sondern nach Bedarf. Im Sommer öfter, im Winter weniger. Durchdringend gießen, bis das Wasser unten aus den Abzugslöchern läuft.
Tipp: Die Tauchmethode funktioniert am besten: Die ganze Schale in eine Wanne mit Wasser stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann herausnehmen und abtropfen lassen. So wird die gesamte Erde gleichmäßig durchfeuchtet.
Bonsai schneiden
Das Bonsai schneiden ist das Herzstück der Bonsai-Kunst. Es gibt zwei Arten von Schnitt:
Erhaltungsschnitt: Regelmäßig neue Triebe zurückschneiden, um die Form zu erhalten. Bei Laubbäumen schneidet man neue Triebe auf zwei bis drei Blätter zurück, sobald sie fünf bis sechs Blätter haben. Das fördert die Verzweigung und hält den Baum kompakt.
Gestaltungsschnitt: Stärkerer Rückschnitt, um die Grundform des Baumes zu verändern. Am besten im Frühjahr, bevor der neue Austrieb beginnt. Hier entscheidet man, welche Äste bleiben und welche gehen — das erfordert Erfahrung und ein Auge für Proportionen.
Bonsai für Anfänger
Der beste Bonsai für Anfänger ist der Ficus microcarpa 'Ginseng'. Er verzeiht Pflegefehler, verträgt auch dunklere Standorte und ist günstig. Bei MoBlumen gibt es ihn ab EUR 25,00.
Weitere gute Anfänger-Bonsai: Chinesischer Liguster (robust, schnittverträglich), Sageretie (schöne kleine Blätter) und für draußen die Hainbuche (heimisch, winterhart, sehr schnittverträglich).
Was man als Anfänger vermeiden sollte: teure japanische Kiefern oder Wacholder — die sind anspruchsvoll und verzeihen keine Fehler. Erst mit einem robusten Ficus üben, dann steigern.
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Häufige Fragen zum Bonsai
Theoretisch genauso alt wie der Baum in freier Natur — Jahrhunderte. In Japan gibt es Bonsai, die über 500 Jahre alt sind. Ein gut gepflegter Bonsai kann problemlos Jahrzehnte leben und wird von Generation zu Generation weitergegeben.
Nein. Ein Bonsai wird nicht gequält — er wird gepflegt. Die Technik nutzt natürliche Wachstumsprozesse. Der Baum wird regelmäßig geschnitten, gedüngt und umgetopft. Ein gut gepflegter Bonsai ist gesund und kann Jahrhunderte leben. Es ist eher vergleichbar mit einem Formschnitt im Garten.
Bei Indoor-Bonsai: Zu wenig Licht, Übergießen oder Zugluft. Bei Outdoor-Bonsai im Herbst: Normal — Laubbäume werfen im Herbst ihre Blätter ab. Bei Outdoor-Bonsai im Sommer: Zu trocken, Sonnenbrand oder Schädlinge.
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