Maiglöckchen – Bedeutung, Giftigkeit, Pflege & Tradition | MoBlumen Wien

Maiglöckchen – Bedeutung, Giftigkeit, Pflege & Tradition | MoBlumen Wien

Bedeutung, Giftigkeit, Pflege & Tradition

MoBlumen Redaktion · 6 Min. Lesezeit · Wildblume

Zart, duftend und tödlich giftig — das Maiglöckchen ist die widersprüchlichste Blume Europas.


Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist eine Blume voller Gegensätze. Es sieht aus wie die Unschuld selbst — kleine weiße Glöckchen an einem zarten Stiel, ein Duft, der zu den schönsten der Pflanzenwelt gehört. Und gleichzeitig ist es eine der giftigsten Pflanzen Europas. Alle Teile enthalten herzwirksame Glykoside, die in höherer Dosis tödlich sein können.

In Österreich wächst das Maiglöckchen wild in Laubwäldern, besonders in den Auwäldern entlang der Donau und in den Wäldern des Wienerwalds. Im Mai duftet es dort so intensiv, dass man es schon von Weitem riecht.

Kurzprofil: Maiglöckchen

Botanisch: Convallaria majalis

Herkunft: Europa, Nordasien (heimisch in Ö)

Wuchshöhe: 15 – 25 cm

Winterhart: Ja, vollständig

Blütezeit: Mai – Juni

Duft: intensiv, süß, legendär

Giftigkeit: stark giftig (alle Teile)

Schwierigkeit: sehr einfach (zu einfach)

Maiglöckchen Bedeutung

Die Maiglöckchen Bedeutung ist Glück, Reinheit und die Rückkehr des Glücks. In Frankreich ist der 1. Mai der „Fête du Muguet" — man schenkt sich Maiglöckchensträußchen als Glücksbringer. Diese Tradition geht auf das Jahr 1561 zurück, als König Karl IX. Maiglöckchen als Glücksbringer geschenkt bekam und beschloss, sie fortan jedes Jahr am 1. Mai an die Damen des Hofes zu verteilen.

In der christlichen Symbolik stehen Maiglöckchen für die Reinheit der Jungfrau Maria — sie werden auch „Marientränen" genannt. Der Legende nach entstanden sie aus den Tränen Marias am Fuß des Kreuzes.

In der Hochzeitsfloristik sind Maiglöckchen ein Klassiker für den Brautstrauß — Kate Middleton trug sie bei ihrer Hochzeit mit Prinz William. Allerdings sind sie teuer und nur kurz verfügbar, was sie zu einer echten Luxusblume macht.

Maiglöckchen — wie giftig wirklich?

Sehr giftig. Das muss man klar sagen. Maiglöckchen enthalten über 30 verschiedene herzwirksame Glykoside (Convallatoxin, Convallamarin und andere), die den Herzrhythmus stören können. Schon das Wasser, in dem Maiglöckchen gestanden haben, ist giftig.

Warnung: Alle Teile des Maiglöckchens sind giftig — Blüten, Blätter, Stiele, Wurzeln und besonders die roten Beeren im Herbst. Für Kinder und Haustiere unbedingt unzugänglich aufstellen. Nach dem Anfassen Hände waschen. Das Vasenwasser nicht trinken und nicht zum Blumengießen verwenden.

Verwechslungsgefahr mit Bärlauch

Jedes Frühjahr gibt es in Österreich Vergiftungsfälle, weil Maiglöckchen mit Bärlauch verwechselt werden. Die Blätter sehen sich tatsächlich ähnlich — beide sind breit, grün und wachsen im Wald. Der wichtigste Unterschied:

  • Bärlauch riecht beim Zerreiben intensiv nach Knoblauch. Maiglöckchen nicht.
  • Bärlauch hat einen einzelnen Stiel pro Blatt. Maiglöckchen haben zwei bis drei Blätter, die aus einer gemeinsamen Scheide wachsen.
  • Bärlauch-Blätter sind auf der Unterseite matt. Maiglöckchen-Blätter glänzen auf beiden Seiten.

Im Zweifelsfall: Nicht pflücken. Bärlauch lieber auf dem Markt kaufen, wo er sicher identifiziert ist.

Maiglöckchen im Garten

Im Garten ist das Maiglöckchen ein Bodendecker für schattige Plätze unter Bäumen und Sträuchern. Es breitet sich über unterirdische Rhizome aus — und zwar mit einer Entschlossenheit, die man nicht unterschätzen sollte. Einmal gepflanzt, ist es kaum mehr loszuwerden. Das kann ein Vorteil sein (pflegeleichter Bodendecker) oder ein Problem (es verdrängt andere Pflanzen).

Pflanzen im Herbst oder Frühjahr. Halbschatten bis Schatten, humoser Boden, mäßig feucht. Danach: nichts tun. Das Maiglöckchen macht alles allein.

Hinweis: Wer Maiglöckchen im Garten hat und kleine Kinder oder Haustiere, sollte die roten Beeren im Herbst entfernen — sie sehen verlockend aus und sind besonders giftig.

Maiglöckchen Duft

Der Duft des Maiglöckchens gehört zu den begehrtesten in der Parfümerie. Dior's „Diorissimo" (1956) ist der berühmteste Maiglöckchenduft — Christian Dior selbst nannte das Maiglöckchen seine Lieblingsblume. Allerdings kann man aus Maiglöckchen kein ätherisches Öl gewinnen — der Duft muss synthetisch nachgebaut werden, was ihn zu einem der teuersten und komplexesten Parfüm-Rohstoffe macht.

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Häufige Fragen zum Maiglöckchen

In Österreich steht das Maiglöckchen in einigen Bundesländern unter Naturschutz. Für den Eigenbedarf ist das Pflücken kleiner Mengen in der Regel erlaubt, aber nicht das Ausgraben der Wurzeln. Im Zweifelsfall die lokalen Naturschutzbestimmungen prüfen.

Ja, vorgetriebene Maiglöckchen im Topf gibt es im Frühling zu kaufen. Sie blühen ein bis zwei Wochen. Danach kann man sie in den Garten pflanzen, wo sie sich dauerhaft etablieren.

Sofort die Vergiftungsinformationszentrale anrufen (in Österreich: 01 406 43 43, 24 Stunden erreichbar). Kein Erbrechen auslösen. Pflanzenteile sicherstellen, damit sie identifiziert werden können. Bei Herzrhythmusstörungen sofort den Notarzt rufen (144).

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